Wir vergessen sie nicht......
Wir vergessen sie nicht......

Im folgenden finden Sie unsere Reiseberichte ab 2018!

 

 

25. Oktober 2018 – Reisebericht Sept./Oktober 2018
 
Von Maike Podratz

Samstag in aller Herrgottsfrühe machten wir uns mit einem vollgeladenen Transporter auf den uns schon bekannten Weg. Dieser Transporter hat mehr Ladevolumen als der letzte -war aber trotzdem randvoll! (Möbel, Hütten, Futter, Baumaterial, Geschirre, Halsbänder und Leinen, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, Baumaterial, Waschmittel, Mikrowelle, Kochplatte, Hundemäntel und –pullover sowie warme Sachen, Duft und Kosmetik für unsere Helferinnen).

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an alle Spender.. wir sind gerührt von der großen Bereitschaft und alles, was diesmal nicht mitging… kommt beim nächsten Mal mit!
Am frühen Nachmittag in Polen, Geldwechsel, tanken und ein Kaffee.. und wieder auf die Autobahn.. 2 kurze Staus und dann waren wir kurz vor 10 an der Grenze.. und es war VOLL!

 

Dort kamen wir auch mit Team 2 zusammen, die mit dem PKW von Freiburg aus gestartet waren. 3 Stunden Grenzabfertigung… die ukrainische Zöllnerin war erst etwas unwirsch wegen unseres vielen Gepäcks.. aber wir hatten im Vorfeld schon die wichtigsten Sätze übersetzen lassen und diese ausgedruckt.. dann winkte sie ab! Momentan sind die Grenzer bei Hilfslieferungen ziemlich großzügig. Um 2 Uhr ukrainischer Zeit war es geschafft…. Und wir Hundemüde. Natascha hatte von Deutschland noch ein Hotel in Grenznähe besorgt, es war 4 km von der Hauptstraße entfernt… das waren dann doch gut gelöcherte Straßen! Um 3 Uhr ukrainischer Zeit war jeder auf seiner Matratze!

Am nächsten Morgen kurzer Kaffee.. 2 wunderschöne Straßenhunde gefüttert .. dann noch ca. 300 km bis Chmelnitzky. Unterwegs eine SMS mit unserer Ankunftszeit geschickt (mobil telefonieren, Datendownload und SMS /MMS haben stolze Preise, weil außerhalb EU!) Ich hatte Team2 noch vorgewarnt vor den letzen 120 km.. aber erstaunlicherweise war die Straße seit unserem letzten Besuch über weite Strecken repariert und an anderen Stellen waren sie noch dabei!

Bei der Ankunft im Tierheim große Freude unter allen 2- und 4-Beinern. Beim Auspacken wurden die Augen immer größer! Nachdem wir die mitgebrachten Möbel aufgebaut haben, gab es erst mal lecker Essen…und dann wurde geknuddelt und geherzt und mit Händen und Füßen geredet!!! (Ukrainische Torte ist mega-lecker.. aber nix für schlanke Hüften).,

Abends sind wir dann ins Hotel gefahren – sauber und anständig, aber für uns etwas gewöhnungsbedürftig- z.B. muss man sein Frühstück abends schon detailliert bestellen und auch die Uhrzeit festlegen. Wir bekamen die ersten Bilder.. und wie man sieht.. war die Freude über die Geschenke überall groß..

Der nächste Tag war Arbeiten im Tierheim.. sofern man was machen durfte…Ich besuchte meinen Freund Hal.. er hat mich noch erkannt..

Mischa zeigte mir noch einen anderen sehr mageren Alabai, der 100m von unserem Tierheim entfernt an der Kette lebt… die Leute, die da unter sehr primitiven Bedingungen leben, haben ihm den Namen LORD gegeben! Ich habe Verständnis dafür, dass die meisten Leute nicht viel besitzen.. aber ich werde nie verstehen, dass man seine Umgebung so verkommen lassen und zumüllen kann, wie es u.a. dort der Fall war. Mischa hat mit den Leuten ausgemacht, dass er den Lord regelmäßig füttern kann und ihm eine Hütte bauen kann. Sie haben sogar den Platz um den Hund etwas gefegt, damit er nicht komplett in Glasscherben liegt.  Und Schella, die kleine Schäfermixhündin, die die Leute noch haben, wird von uns kastriert…. Damit es keine kleinen Alabais gibt!

Dienstag war der stressigste Tag…. Vormittags die Herren im Baumarkt, da wir ein weiteres Stückchen Land dazu bekommen als Quarantäne Zwinger, musste noch Zaun- und Baumaterial beschafft werden.
Nachmittags ins städtische Tierheim… eins vorweg: es war etwas ordentlicher als beim letzten Mal.. dafür waren auch mehr Hunde da.. ca. 130 Stück.. sehr viele alte und auch viele Welpen. Wir hatten Futter und 3 Hundehütten dabei. Das Schlimmste für mich ist die Hoffnungslosigkeit, die über den Hunden liegt.. so als wüssten sie, dass es nie jemanden geben würde, der sie hier rausholt… Natürlich machten sie alle Spektakel in ihren Zwingern, aber das war der verzweifelte Versuch, Aufmerksamkeit zu bekommen.. keiner von ihnen war irgendwie aggressiv…
Im Zwinger Nummer 8, der sehr dunkel ist… war immer noch keine Hütte.. da leben 2 junge schwarze Mischlinge.. aufgrund der schmalen Tür konnten wir nur eine Hütte da rein bringen.. die anderen waren zu breit. Im großen Freigehege (derzeit 8 Hunde) war immer noch die Wellplatte an die Wand gelehnt.. als Unterschlupf..

 


Ich setzte mich zu einem der alten Schäferhunde, die im Freigelände eine Hütte mit Kette haben.. er war ungepflegt, alt und offensichtlich nicht ganz gesund… aber seelig, dass ich mit ihm sprach und ihn streichelte… seine trüben Augen strahlten… und es brach mir fast das Herz, mir vorzustellen, WAS er schon alles erlebt haben musste.. und wie sehr er hoffte.. dass ich ihn mitnehmen würde. So ein Hund hat leider keine Chance.. weder dort noch hier. Wir können nur immer wieder dranbleiben und versuchen, schrittweise die Zustände zu verbessern.
 

Abends gab es unser gemeinsames Abendessen.. es war wunderbar.. sehr lustig und unterhaltsam…und wir waren froh.. dass fast alle gekommen sind.. auch die Oma Swetlana. Unsere liebe Sveta hat den ganzen Abend hervorragend für uns übersetzt… und auch der Google-Translator hat so manchen Lacher hervorgerufen. Leider werden wir für den nächsten Besuch ein anderes Lokal auswählen müssen.. die Rechnung war auf einmal ca. 40% höher als noch im März.. obwohl es dieses Mal weniger Essen war…

Am nächsten Tag waren wir noch auf dem Basar… auch da viele Hunde gesehen.. aber die meisten sind kastriert (Marke im Ohr) und relativ wohlgenährt,  und sie werden dort geduldet.
Nachmittags wurden die Papiere fertiggestellt, was wohl auch mit Schwierigkeiten verbunden war! Aber unsere Elena ist da hart geblieben – danke dafür!
Mischa hat derweil noch die mitgebrachten Rauchmelder und Alarmanlage installiert.

 

 

 

 

 

Am Donnerstag früh besuchte ich noch den Vermieter und die 1. Vorsitzende … auch hier wurden kleine Geschenke abgegeben und man versicherte mir, dass man gern mit uns zusammenarbeiten würde.
In der Zwischenzeit wurden noch 2 Rosen am Tierheim- Eingang gepflanzt… zur Erinnerung an unsere liebe Birgit....

Während auf Wunsch eines Mitglieds durch Elena noch die kleine Buffy aus dem Städtischen geholt wurde, und Valja unter Tränen mit den anderen ihre Lieblinge verlud…musste ich mich von meinen beiden Alabais verabschieden.. was mir sehr schwer fiel.. Ich tröstete Valja, indem ich ihr versprach, dass alle ihre Schätze tolle Familien bekommen werden… und dass bei ihr andere Hunde jetzt eine Chance haben…Unsere liebe Schula lief beim Verladen ganz hektisch um uns rum.. sie hatte offenbar große Angst, dass wie sie vergessen könnten..

Dann ging es auf die weite Strecke… mit Stau um Lemberg, einer zusätzlichen Hotelübernachtung, einer 7 stündigen Grenzabfertigung.. und dann noch schier endlose Autobahnkilometer.. bis jeder Hund an seinem neuen Zuhause bzw. einer Pflegestelle angekommen ist.
Erleichtert haben wir das uns und den Hunden durch ausreichende Pausen.
Obwohl man es ihnen nicht wirklich erklären kann, was mit ihnen geschieht, haben sie es alle hervorragend gemeistert.

 

 

 

 

 

Rückblickend muss ich sagen: es hat sich gelohnt.. glückliche Menschen und Hunde sind der beste Lohn für diese Strapazen!  Ich bin immer wieder angetan davon, dass es Menschen gibt, die selber nicht viel haben, denen das Elend der anderen aber nicht egal ist.. und die sich für die Tiere einsetzen

Und, mir geht es wie Martin Luther King…. I have a dream.. that one day… so gut wie keine Hunde mehr im städtischen und auf den Straßen zu finden sind… dass Hunde und Katzen kastriert und vermittelt werden.

An dieser Stelle allen Spendern, Adoptanten und Unterstützern– nochmals ein herzliches DANKE.

 

 

Ukraine-Fahrt vom 23.03. – 31.03.2018

 

 

 

Am 23.03. um 9:30 war es soweit! Das Abenteuer Ukraine konnte starten.

Unser Transporter war so vollgeladen, so dass wir uns um die Straßenlage keine Sorge machen mussten.

Unser erstes Etappenziel war mit Zgorzelec (polnischer Teil von Görlitz) in Polen festgelegt. In Görlitz trafen wir noch eine Freundin von mir, die für uns bereits € in Zloty umgetauscht hatte. Die Zloty waren für die Mautstellen und zum Tanken notwendig. Am Treffpunkt offenbarte uns meine Freundin „ich habe da noch was für die Ukraine“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war unser Laderaum „luftdicht“ – da hätte kein Blatt Papier mehr reingepasst! Nach der Übernachtung in einem Motel (das wir an dieser Stelle nicht weiterempfehlen wollen) ging es auf die Fahrt durch Polen. Nach ca. 300 km klappte auch das Rendezvous mit Natascha, die aus dem norddeutschen Raum gestartet war. Und weiter Richtung Ukraine. Aufgrund der wenigen Fahrzeuge auf den letzten 50 Kilometern dachten wir, dass unser Reiseplan – wenig Grenzverkehr – aufgeht. Dass wir einem Irrtum unterlagen, merkten wir so etwa einen Kilometer vor der Grenze. Dieses hohe Aufkommen von Fahrzeugen an dieser Grenze konnten wir uns absolut nicht erklären. Zu einem späteren Zeitpunkt  erfuhren wir auch hierfür die Lösung – Die Einfuhrsteuer für PKW in die Ukraine ist sehr hoch – Aufgrund dessen lassen viele Ukrainer, die im Grenzbereich wohnen, ihr Fahrzeug in Polen zu – verbunden mit der Problematik: alle 5 Tage aus der Ukraine ausreisen zu müssen! Nach der daraus resultierenden Wartezeit und einer sehr zügigen Abfertigung durch das polnische Zollpersonal ging es zur ukrainischen Zollabfertigung. Da uns bekannt war, dass pro Person eine Freimenge von 50 Kilogramm akzeptiert wird, hatten wir das obligatorische Dollar-Portemonnaie bereits gezückt – 10 Dollar Strafe bei Übergepäck. Wir hatten die Freimenge ja nur um eine „0“ ergänzt. Doch welch ein Wunder - unser Fahrzeug war viel interessanter – Ein Fahrzeug, das in der Ukraine als LKW gilt, zum ersten Mal in die Ukraine – 4 Dollar Bearbeitungsgebühr bzw. Kopiergebühr! Unsere Ladung hat keinen interessiert! Dabei hatten wir ja nur um den Faktor 10 „überladen“. Es gibt auch Tierschützer bei den ukrainischen Grenzern/ Grenzerinnen.

 

 

 

 

 

Am späten Nachmittag hatten wir es dann geschafft – wir fuhren auf ukrainischem Staatsgebiet! Wir konnten anfangs nicht verstehen, dass wir immer wieder vor ukrainischen Straßen gewarnt wurden. Klar keine deutschen Autobahnen – eher mittelmäßige Landstraßen – aber erträglich. Diese Meinung änderte sich schlagartig mit dem Erreichen des Stadtgebiets von Lwiw (Lemberg). Zum Vergleich - ein Waldweg mit dieser Unwegsamkeit in Deutschland würde für den jeglichen Verkehr gesperrt. Am Bahnhof von Lwiw trafen wir Valerij. Valerij entlastete Natascha ab diesem Zeitpunkt beim Fahren. Anmerkung: Lwiw ist sehenswert – aber lassen Sie Ihr Auto zuhause! Auch sahen wir die ersten Straßenhunde – also los mit Futter. Nachdem auch wir Nahrung zu uns genommen hatten ging es weiter Richtung Chmelnezkyj! Das es mittlerweile dunkel war erlebte man, die mittlerweile den Erzählungen gerecht werdenden Straßenverhältnisse, live! Diese waren zwar besser als in Lwiw, aber erforderten aber immer noch fahrerisches Können. Nach Mitternacht hatten wir es geschafft – die gemietete Wohnung (tagesweise Mieten einer Wohnung ist in der Ukraine üblich) war erreicht (380 km – 8 Stunden mit Pause). Müde und verfroren fielen wir ins Bett!

 

Am nächsten Morgen holte uns Natascha an der Wohnung ab – da wir noch Toilettenpapier benötigten, fuhren wir auf den Markt. Bei diesem Markt handelt es sich um den größten Markt in der Ukraine, berichtete uns Natascha mit gewissem Stolz. Wir sahen einige Straßenhunde, die auf uns einen relativ gepflegten und gutgenährten Eindruck machten. Wir konnten uns selber davon überzeugen, dass einige Standinhaber den Hunden wohlgesonnen sind.

 

 

Nachdem unsere Besorgung erledigt war, ging zu unserm Tierheim. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Walja, Alla, Elena und einem lautstarken Konzert unserer Fellnasen, besichtigten wir das Tierheim.

 

 

 

Danach ging es ans Ausladen. Die Augen aller wurden immer größer als sie sahen welche „Schätze“ ausgeladen wurden. Der eine oder andere Snack wurde unmittelbar an unsere Fellnasen verteilt. Hier ließ sich keine/ keiner zweimal bitten.

 

 

 

 

 

 

An dieser Stelle allen Spendern –

nochmals ein herzliches DANKE.

 

 

 

Anschließend ging es zum Haus von Natascha und Valerij. Da die Lagermöglichkeiten im Tierheim eingeschränkt sind wurden hier die Hilfsgüter für die Menschen ausgeladen. Danach servierte uns Natascha Kaffee und ukrainischen Kuchen. Wir besprachen die nächsten Tage. Elena informierte uns, dass der geplante Besuch des Kastrationszentrums aufgrund der Unterstützung der stellvertretenden Bürgermeisterin Tatjana, die ihre Teilnahme an diesem Termin fest zugesagt hat, klappt. Des Weiteren musste ein gemeinsames Abendessen mit möglichst allen Helfern- (innen) geplant werden. Dieses Abendessen wurde aufgrund einer zweckgebundenen Spende einer Dame in Deutschland ermöglicht. Hierzu später mehr. Natascha zeigte uns die Straßenhunde, die in der Nähe ihrer Wohnung leben.

 

 

Am nächsten Morgen fuhren wir zu Galina. Nachdem wir die Tiere 5 Hunde und über 50 Katzen begrüßt hatten, half uns Galina beim Ausladen von Futter und Spielzeug. Das Spielzeug wurde direkt getestet. Anschließend bauten wir zwei Kratzbäume auf. Der kleine Tyson beobachtete unsere Aktivität sehr genau und konnte es gar nicht erwarten, die Kratzbäume einzuweihen. Galina hat derzeit über 50 Katzen, eine schöner als die andere! Auch Rasse und Schönheit schützt in der Ukraine nicht davor, rausgeworfen zu werden! Einige sind eher schüchtern, aber Bielka (das Eichhörnchen) eine rote Langhaarkatze überfiel mich fast mit ihrer Zärtlichkeit. Es tut mir in der Seele weh, dass wir für diese Katzen nicht auch ein Zuhause in Deutschland suchen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach besuchten wir Elena an ihrem Arbeitsplatz. Gemeinsam machten wir einen Besuch bei einer Freundin von Elena. Diese Freundin pflegt die Katzen nach der Sterilisation. Das kleine Kätzchen, das wir dort antrafen, war extrem schmusig. Leider muss sie nach ein paar Tagen wieder auf die kalte Straße zurück.

 

 

Am Dienstag holten wir zuerst Elena, danach Tatjana an ihren Arbeitsplätzen ab und machten uns auf den Weg in das städtische Kastrationszentrum. Der Leiter dieses Zentrums war aufgrund Krankheit nicht persönlich anwesend. Der Rundgang dort ist nichts für jemanden mit schwachen Nerven… ich hätte die ca. 100 Hunde am liebsten alle mitgenommen.

Wir machten Tatjana auf gravierende Mängel aufmerksam. Bei der Rückfahrt versicherte Tatjana, dass sie jetzt öfters im Zentrum vorbeischauen wird. Unser Angebot, ihr mit Rat beiseite zu stehen nahm sie gerne an. Nachdem wir Tatjana bei ihrem Büro abgesetzt hatten, besuchten wir noch ein Café. Uns war nicht nur wegen den Außentemperaturen kalt.

 

Abends ging es zum Helfertreffen in ein Lokal. Fast alle hatten ihr Kommen zugesagt und so füllte sich die Tafel. Wir bedankten uns bei den Helferinnen für die geleistete Arbeit und übermittelten Grüße aus Deutschland. Wir berichteten, wie es den vermittelnden Hunden heute geht. Von vielen Hunden konnten wir auch Fotos zeigen. Das Leuchten in den Augen der Helferinnen machte uns deutlich, wie sehr sie an den Hunden hängen. Der Abend war geprägt von vielen persönlichen Gesprächen und gutem Essen.

 

 

 

Mittwochs ging es wieder ins Tierheim. Mit der mitgebrachten Folie dichteten wir die im freien stehenden Hundehütten weitgehendst gegen Regen ab. Einem auf dem Areal lebenden Alabai ließ ich seine erste Fellpflege angedeihen. Nachmittags machten wir uns gemeinsam mit Alla auf den Weg.

 

 

Zuerst wollte uns Alla Straßenhunde in einem ehemaligen Fabrikgelände zeigen; anschließend war der Besuch bei Oma Toma geplant. Aber das Schicksal wollte es anders. Auf dem Weg zu dem Fabrikgelände entdeckten wir am Straßenrand einen älteren Mann, dem es sichtlich nicht gut ging. Wir hielten, Alla und Natascha fragten den Mann ob wir ihm helfen können. Obwohl bei Bewusstsein, regierte der Mann nicht. Wir entschieden uns den Notruf anzurufen. Nach etwa 10 Minuten traf ein Rettungswagen mit Arzt und Sanitäter ein und übernahm die weitere Versorgung. So konnten wir unseren Weg fortsetzen. Bei der Fabrik handelte es sich um ein großes Areal. Die Gebäude sind entweder entkernt, baufällig bzw. teilabgerissen. Wir fanden einige größere Hunde vor (an den Ohrmarken erkenntlich kastriert). Eine ältere Hündin lief mit einem ganz kleinen Hund zusammen und versuchte, diesem etwas zum Fressen zu ermöglichen, die größeren drängten ihn jedoch ab… bei näherem Hingucken entpuppte es sich um eine ausgewachsene Minihündin (vermutlich ein Rehpinscher- Chihuahuamix = Pinschchahua). Eine Frau, deren Interesse vermutlich durch unsere deutschen KFZ-Kennzeichen geweckt wurde, sprach uns an. Im folgenden Gespräch mit Alla und Natascha stellte sich heraus, dass diese Frau aus ihren eigenen bescheidenen Mitteln die Straßenhunde „versorgt“. „Unsere“ Minihündin ist ihr seit wenigen Tagen aufgefallen. Aufgrund des optisch guten Zustands musste sie wohl bis vor kurzem ein Zuhause gehabt haben. Auch zeigte sie sich gegenüber Menschen sehr aufgeschlossen. Die anderen Hunde des Rudels wollten sie aber nicht dulden, außer der älteren Hündin. Die Frau die sich mit Nadja vorstellte, erzählte uns, dass sie versucht hat, die Kleine in Sicherheit zu bringen. Sie zeigte uns einen abgerissenen Innenhof, wo zwischen Betonruinen einige Gitter notdürftig angebracht wurden, so dass ein Behelfszwinger entstanden ist. Dieser ist regendicht und mit Holzspänen ausgelegt. Eine alte Holzkiste wurde mehr behelfsmäßig als Hüttenersatz reingestellt. Hier „hält“ Frau Nadja eine Dackelhündin, die ebenfalls von den anderen Hunden gemobbt wird. Die kleine Eva, wie wir die Minihündin spontan tauften, kann aber durch die Gitter laufen und konnte ergo nicht dortbleiben. Wir versprachen Nadja (die erstaunlicherweise sogar ein paar Brocken deutsch spricht), unsere Hilfe, auch in Form von Futter und nahmen das kleine erschöpfte Mädel erstmal mit zum Tierarzt, wo sie untersucht wurde und eine Grundversorgung erhielt.

 

Ergebnis: Gesund, gepflegt, nicht kastriert, vermutlich läufig und maximal 2 Jahre alt. 

 

Da es langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Heimweg zu unserer Wohnung, Eva fühlte sich offensichtlich heimisch und eroberte sofort das Sofa. Autofahren vertrug sie erstmal schlecht… und Trockenfutter mochte sie auch nicht so richtig. In der Zwischenzeit organisierte Natascha eine private Pflegestelle, von der sie nach einiger Quarantänezeit in unser Tierheim umziehen wird.

Wir haben Eva in die Pfote versprochen, dass wir sie nach Deutschland holen…

 

 

 

Donnerstag – Tag des Abschieds. Nach dem Frühstück fuhren wir ins Tierheim. Wie jedes Mal, wurden wir wieder lautstark begrüßt. Unsere Passagiere waren schon reisefertig. Man hatte das Gefühl, die Hunde wissen, dass etwas passiert. Nachdem alle in ihren Boxen untergebracht waren, hieß es auch für uns, Abschied nehmen.

Und dann … Motor starten und ab Richtung Deutschland! Die Hunde machten sich teilweise bemerkbar, was vermutlich den Straßenverhältnissen geschuldet war, denn mit Erreichen der polnischen Autobahn war absolute Ruhe im Auto. Bei den Pausen verhielten sich alle vorbildlich. Zwischenzeitlich haben sich unsere Fellnasen in ihrer neuen Heimat eingelebt.  

 

Maike Podratz

 

 

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