Wir vergessen sie nicht......
Wir vergessen sie nicht......

Im folgenden finden Sie unsere Reiseberichte ab 2018!

 

 

Reisebericht von April 2019

 

von Natascha Schneider

 

Endlich klappt alles so, wie es sein sollte.

Hurraaa, ich kann fahren und endlich alle meine Lieben treffen...

Die Vorfreude ist so gewaltig riesig, dass ich die 1.500 km fast in einem Atemzug durchfahre. Na klar, mit der kräftigen mentalen Unterstützung meines Sohnes Michael.

 

In Lwiw, der ersten ukrainischen Stadt nach der Grenze, beschlossen wir, uns etwas auszuruhen und etwas zu essen. Aber ein Halt am Hauptbahnhof brachte uns nur moralischen Schmerz.

In der Pechdunkelheit waren für Dutzende von Fußgängern solche unsichtbaren Silhouetten auf dem zugefrorenen Bürgersteig von 13 schlafenden Hunden für uns mehr als deutlich sichtbar.

Der automatische Versuch meines Sohnes, diese Obdachlosen mit dem Trockenfutter zu versorgen, endete mit der Flucht mehrerer Hunde, die ich von Anfang an vorausgesehen hatte. Ja, man kann kaum einen fürsorglichen sechsjährigen Jungen überreden, die schlafenden Hunde nicht zu füttern. Das macht er doch von ganzem Herzen gern und mit bester Absicht...

Unsere ohnehin schon müde Stimmung ist noch dazu in den Keller gesunken, als ich es meinem Sohn absagen musste, all diese Tiere einzusammeln und mit in unser kleines Tierheim zu nehmen. Egal, wie logisch ich es ihm erklärte, wie gut ich ihm die Wahrheit begründete (örtliche Freiwillige kümmern sich um sie, kein Platz im Auto und in unserem kleinen Tierheim, viele Hunde in Chmelnitzky leben noch auf der Straße und brauchen auch Hilfe usw.), in der Seele war dunkle Traurigkeit.

Noch dazu wurde ich von meinem Kind so präzise und schmerzlich mit einer Frage betäubt, die ich selbst mir nie beantworten konnte: „Es gibt nicht so viele Hunde auf der Straße, es gibt hier viel mehr Leute. Warum nimmt nicht jeder einen Hund mit nach Hause, dann gibt es überhaupt keine streunenden Tiere auf der Straße, ja? Sag es den Menschen, Mama, wir haben doch auch schon vier aufgenommen...“.

Der Mund des Kindes, so ist bekannt, spricht die Wahrheit. Aber hören dies nur wenige....

Frust, Enttäuschung und dazu unebene Straßen machten schnell jeden müde. Michael ist dann auch eingeschlafen und ich kam endlich um 5 Uhr morgens in Chmelnitzky an. Gott sei Dank – Michael schlief noch. Aber die ersten streunenden Hunde waren schon unterwegs, auf der Suche nach etwas Essbarem...

 

Da ich ab der ukrainischen Grenze keinen Handyempfang mehr hatte, machte sich mein deutsches Team große Sorge um uns und hatte schon bei fast allen ukrainischen Kollegen nachgefragt, ob ich gut angekommen sei. Klar, darum konnte ich zwar keinen Menschen im Tierheim überraschen, aber doch die Hunde. Meine Hunde!!!

Endlich konnte ich jeden anfassen, hören, umarmen, streicheln, kratzen, kuscheln, küssen, herumalbern, herumtollen, verwöhnen lassen. Schließlich endlich die Ehre zu haben, alles zu tun, was unsere ukrainischen Kollegen täglich tun.

Juchhuuuu! Träume werden wahr!

 

Ich umarme Walja, Alla, Mischa, die gerade da waren und versuche schnell, unter dem lauten jubelnden Bellen unserer Hunde in den Auslauf reinzukommen. Es ist jedoch nicht so einfach, das Tor zu öffnen, wenn der Druck mehrerer glücklicher Hunde, in Erwartung des Treffens von allen Seiten auf mich einwirkt.

Geschafft...

Und es ist unbeschreiblich! Und rührend bis zum Heulen.... vor lauter Glück! Das muss man selber erleben, fühlen. Die Begrüßung der einmal streunenden Hunde, dies ist pures Glücksadrenalin!

 

Mischas Warnung - „Natascha, Deine Autobatterie wird leer, man soll doch mindestens Licht im Auto ausmachen!“ – das bringt mich wieder auf die Erde zurück. Ich weiß nicht, wie kann es sein, aber schon eine Stunde flog vorbei. Und ich hatte nicht ordentlich jeden Hund in diesem Auslauf begrüßt... In zwei weiteren jammern noch andere sehnsüchtig. Aber Mischa hatte doch Recht...

 

Zusammen haben wir alle Spenden ausgeladen. Alles auf dem ersten Blick Kleinigkeiten, die doch so sehr benötigt werden, so wichtig sind – und ohne Übertreibung, lebensrettend sind.

Decken, die haben schon und werden noch nicht nur eine fast totgefrorene Hundeseele in den Körper zurückkehren lassen.

Futter, das hilft, aus abgemagerten Körpern wieder einen Hund herausbilden lassen.

Vitamine, die arbeiten fast besser als menschliche Schönheitschirurgen, aber sanfter und langfristiger.

Medizin, mit weltberühmten Schreiben: Made in Germany“, die befreit endlich von ewigen Schmerzen.

Und, und, und...

Wahrscheinlich nur hier, wenn man diese fröhlichen und so unterschiedlichen Tiere betrachtet, versteht man genau so ein einfaches Wort. „Spenden“ – und seine unerreichbare riesige Bedeutung für das LEBEN, für ihr Leben!

Ein Gefühl des Stolzes sprudelt aus meiner Seele. Danke für diese Ehre, so vielen Tieren mit Menschen, wie Ihnen, unseren lieben Sponsoren, helfen zu können.

Danke! Vielen Dank für das Leben dieser vierbeinigen Persönlichkeiten!

Für jeden Einzelnen!

18.00 Uhr. Ich war nicht zufrieden... Man muss schon nach Hause gehen und ich habe noch nicht genug mit jedem Tier gekuschelt. Wie kann es sein? Gerade um 09:30 Uhr war ich da und nun ist es schon 18:00 Uhr!

Bestimmt geht die Zeit im Tierheim viel schneller um als draußen....

 

Am nächsten Tag fuhr ich in das Städtische Kastrationszentrum, dort hatte ich mit dem neuen Direktor einen Termin ausgemacht. Ich dankte ihm, dass er sich Zeit genommen hatte. Und besonders dafür, dass da endlich sich etwas zum Positiven geändert hat, obwohl ich es seit 10 Jahren für unmöglich hielt. Natürlich, Wunder sind da noch nicht passiert, aber die Hunde sind nicht mehr verhungert, in jedem Zwinger sind schon Hütten. Neue, vernünftige Zwinger wurden gebaut. Und das UNGLAUBLICHSTE, was ich in den letzten 10 Jahren noch nicht gehört habe, der Mann nennt fast jeden Hund bei seinem Namen, der einen Namen hat und die Hunde kennen und LIEBEN ihn. Eine Hündin betrachtet ihn als Herrchen, begleitet ihn wie seinen Schatten und beschützt ihn vor den anderen Hunden. Das war noch nie hier der Fall. All die Jahre hatten die Hunde Angst vor dem Direktor, wieso und weshalb, liebe Leute, das kann man nur erahnen.

Der Direktor bat mich für viele Hunde, sie in gute Familien zu vermitteln, er erzählte mir von ihrem tollen liebevollen Charakter. ER ist im Dienst gerade mal 3 Monate. Klar, in so kurzer Zeit nach so vielen Jahren Verwüstung, kann keiner aus dem Ruin etwas Vernünftiges so schnell aufbauen. Aber ich halte ganz fest die Daumen, dass er mit großen Schritten weitergehen wird. Alle „seine“ ca. 250 Hunde halten bestimmt ihre Pfötchen, ganz feste!

Im Anschluss ging ich zu den Hunden von Swetlana. Sie trafen mich so wie immer, als ob ich nie weg war. Angenehm..... Schließlich kennen wir uns schon 8 Jahre.

Dana „sagte“ mir nach ihrer Begrüßung schon wieder alles, was sie über mich denkt. Ach ja, es ist doch egal, dass 6 Jahre vorbei sind, seitdem ich Dana für die Sterilisation eingefangen hatte und in die Tierklinik brachte. Fakt ist, ich habe es getan und Dana hat das nicht vergessen! Aber Leckerchen nahm sie trotzdem ruhig aus meiner Hand. So läuft es zwischen uns seit 6 Jahren. Es ist schon unser  Ritual, täglich, wenn ich da bin.

Nur Sara fehlt mir sehr. Seit Februar ist sie nicht mehr da, sie ist gestorben - 15 Jahre lang lebte sie auf der Straße, das ist schon ein fast unmögliches Alter sogar für einen großen Haushund. Aber sie hatte es geschafft. Und sie lebt doch weiter mit uns in unseren Herzen.

 

 

 

   Sara, wir vergessen Dich nicht...

Nahe dem Gelände bei Swetlana gibt es einen Zwinger, dort sah ich Hunde eingesperrt. Wer ist das ? Warum hat Swetlana die Hunde dort eingesperrt, fragte ich mich. Es ist nicht typisch für Swetlana. Der Gestank vom Zwinger verbreitete sich gewaltig weit weg, aber trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, was ich da alles zu sehen bekam.

Eine abgemagerte Mutterhündin und ihre 4 Welpen jammerten mich an, ohne Hoffnung in ihren Augen. Unter ihren Pfötchen war praktisch die ganze Erde mit einer Schicht Durchfall vermischt, so dick, wie ein Kuchen großzügig mit einer Creme von einer guten Hausfrau bedeckt wird. In dieser Schicht haben sich alte Plastiktüten, Papier, Glaswolle verankert. Aus dem Popo eines Welpen hingen Reste einer Plastiktüte, die ich vorsichtig rauszog.

Ich telefonierte sofort mit Swetlana. Sie erzählte weinend, dass ein Mädchen diese Hunde in den Zwinger gesteckt hatte. Sie nannte sich Volontärin! Sie beschimpft und beleidigt Swetlana ständig! Das Mädchen sagte, Swetlana würde die Hunde falsch füttern. Swetlana versuchte, stets heimlich die 5 Hunde zu füttern. Das Mädchen hatte es ihr streng verboten.

Zu mir kommen zwei Männer, die haben das Gelände und Gebäude gepachtet. Sie sind empört, dass man da eine Hündin mit ihren Welpen mitgebracht hat und sich nicht kümmert. Sie sagten, da kommt eine daher und schmeißt die Hunde wie Müll in einer Tüte in die Tonne und verschwindet wieder. Unfassbar! Die Männer brachten immer etwas Trinkwasser für die kleine Familie.

Diese Männer kennen mich und wissen von unserem Verein, dass wir Swetlana schon seit vielen Jahren hier vernünftig für die Tiere unterstützen. Sie wollen nicht, dass sich hier wieder streunende Tiere vermehren, so wie es früher war. Und man kann das verstehen, wenn man sich daran erinnert, dass vor acht Jahren 24 schwangere Hündinnen und ihre unzählig kranken Welpen lebten, von denen es nicht viele geschafft haben. Ich hatte damals für alle diese Hunde die Sterilisation organisiert. Persönlich hatte ich jeden Hund zur OP gebracht und zurück transportiert sowie medizinisch nachversorgt.

Wir haben mit Swetlana viele Hunde sehr gut vermittelt und alle diese Jahre lieferte unser Verein Hundehoffnung Ukraine monatlich das Trockenfutter und versorgte das Rudel der 70-jährigen Dame. Wenn eines der Tiere krank war, war unsere Tierärztin Elena immer zur Stelle und konnte rechtzeitig helfen. Genau darum, finde ich, erlebte dort jeder Hund seinen 10-jährigen Geburtstag und stirbt erst im Alter von 12 oder 13 Jahren, Sara wurde sogar 15 Jahre alt.

 

Ich hatte die Telefonnummer von der „Volontärin“ doch gefunden. Also, nach unserem Telefonat wollte ich unbedingt meine Ohren richtig waschen, weil so viele schmutzige Schimpferei musste ich mir anhören.

Von meinem Kopf fällt die Krone nicht. Ich werde für und um diese Hunde weiter kämpfen. Genau, wie unser gesamtes Team, sowohl in der Ukraine als auch in Deutschland. Wir schauen nie weg und geben nie auf. Wer hilft sonst, wenn nicht wir?

 

Am nächsten Morgen nahm ich meinen Sohn Michael mit in unser kleines Tierheim. Schließlich ist er doch unser Haupttester, ob unsere Hunde mit Kindern verträglich sind. Na ja, da muss man ehrlich sein, so was testen ist doch notwendig, wenn man genau weiß, so wie ich, welche „Spielchen“ manche ukrainische Kinder mit wertlosen Streunenden auf den Straßen anstellen.

Na ja, Michael fühlte sich am Anfang nicht so recht wohl. Mit seiner Größe und nur mit 6 Jahren, seien wir doch ehrlich, sehen manche Hunde für ihn relativ groß aus wie eine Kuh für Erwachsene. Dazu bellen alle endlos. Aber Michael geht vorsichtig mit mir rein. Und dann Matsch, Bälle, Strohstückchen und Spielzeug fliegen plötzlich überall in der Luft herum und vor Freude wackeln die Schwänzchen!

Gerade war vor mir Walter gestanden, schon lacht mein Michael. In einem anderen Augenblick mit aller Wucht springt Bingo auf mich und schiebt eine strahlende Fanni von mir weg.

Das Leben tobt! Was kann noch besser sein?

Um 18 Uhr ist da ein unzufriedener kleiner Mann, mein Sohn.

„Wieso schon nach Hause? Wir sind doch gerade erst angekommen“ – sagt er.

Tja, tatsächlich stimmt hier einiges nicht mit der Zeit.

 

Wir fahren los und ich denke mir: wenn sie, diese Hunde, Menschen wären, würden sie zweifellos herausragende historische Persönlichkeiten werden.

Und es ist unmöglich für mich, so wie für andere, die Ihr kennt, genau vorzustellen, wie cool die Hunde sich bei uns im kleinen Tierheim verändert haben. Genauso, mit welchen Unikaten auf 4 Pfoten wir alle Ehre haben, ihnen zu begegnen.

 

Ich persönlich bin nicht zuversichtlich, wenn mich solche Lebensstrapazen zerschlagen, welche haben fast alle unsere Hunde erlitten, ob ich solch eine Willenskraft für das Leben hätte, wie Kay/Beppo, Daya, Bantik, Nayda oder Margarita.

Ob ich trotzdem so einfallsreich wäre wie Ulya und Berta.

Ob ich so diplomatisch wäre wie Dana und Bolle.

Ob ich so offen wäre wie Robin und Walter.

Ob ich so stolz und selbstbewusst wäre wie Rina und Martha.

Ob ich so ungebrochen wäre wie Toscha und Tobik.

Ob ich so geduldig wäre wie Tedi oder Nayda.

Ob ich so weise werden würde wie Kukla oder Reschulia.

Ob ich so liebevoll werden würde wie Fanni oder Stella.

Ob ich so optimistisch wäre wie Wieka und Natascha.

Ob ich so ruhig wäre wie Viola und Bob.

Ob werde ich so........

Nur wenige von unseren Hunden sind für mich nur ein guter Hund, fast jeder von ihnen ist eine große Individualität und PERSÖNLICHKEIT, die ich unter Menschen in solcher Menge nicht kennenlernen könnte.

Ich liebe Euch, meine Hunde!

 

Noch ein paar Worte über unser ukrainisches Team.

Ich bin verdammt stolz auf jeden, weil sie jeden Tag dort aus den Überresten der Würde und Gesundheit kreieren und aufpäppeln solche einzigartige Lebewesen.

Ohne Walja, Alla, Mischa, Ludmela, Teresa, all den tierlieben Kindern und unserer Heilzauberin TÄ Elena, würden die Tiere dort lange nicht mehr existieren.

Überleben – sogar kann keine Rede davon sein.

Und unsere Fellnasen verstehen es.

Und sie sind unendlich dankbar. Und unsere Hunde sind sich sicher, jeder, der in unser Tierheim seinen Fuß setzt, ist ein MENSCH, darum vertrauen die Hunde jedem.

Und deshalb suchen wir für dieses Vertrauen nur die besten Familien. Familien, wo leben MENSCHEN, Alter, Größe oder anderes – das ist uninteressant für sie.

Die Hunde werden jeden solcher Menschen bedingungslos lieben. So, wie es schon lange unsere Glückspilze tun, die sich zeigen unter „Körbchen erobert“.

 

Welchen Hund hast Du am meisten lieb, frage ich mich manchmal selber.

--- den Jüngeren, antworte ich mir, bis er erwachsen wird.

--- den Kranken, bis er sich erholt.

--- der, unser Tierheim, sein Zuhause verlassen hat.

--- Jeden, solange ich lebe! Jeden!

Weil es nur einen Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft gibt. Und genau das nennt sich Leben. Wir LEBEN!

 

Mit fellnasigen Grüßen

 

Natascha Schneider

 

 

 



25. Oktober 2018 – Reisebericht Sept./Oktober 2018
 
Von Maike Podratz

Samstag in aller Herrgottsfrühe machten wir uns mit einem vollgeladenen Transporter auf den uns schon bekannten Weg. Dieser Transporter hat mehr Ladevolumen als der letzte -war aber trotzdem randvoll! (Möbel, Hütten, Futter, Baumaterial, Geschirre, Halsbänder und Leinen, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, Baumaterial, Waschmittel, Mikrowelle, Kochplatte, Hundemäntel und –pullover sowie warme Sachen, Duft und Kosmetik für unsere Helferinnen).

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an alle Spender.. wir sind gerührt von der großen Bereitschaft und alles, was diesmal nicht mitging… kommt beim nächsten Mal mit!
Am frühen Nachmittag in Polen, Geldwechsel, tanken und ein Kaffee.. und wieder auf die Autobahn.. 2 kurze Staus und dann waren wir kurz vor 10 an der Grenze.. und es war VOLL!

 

Dort kamen wir auch mit Team 2 zusammen, die mit dem PKW von Freiburg aus gestartet waren. 3 Stunden Grenzabfertigung… die ukrainische Zöllnerin war erst etwas unwirsch wegen unseres vielen Gepäcks.. aber wir hatten im Vorfeld schon die wichtigsten Sätze übersetzen lassen und diese ausgedruckt.. dann winkte sie ab! Momentan sind die Grenzer bei Hilfslieferungen ziemlich großzügig. Um 2 Uhr ukrainischer Zeit war es geschafft…. Und wir Hundemüde. Natascha hatte von Deutschland noch ein Hotel in Grenznähe besorgt, es war 4 km von der Hauptstraße entfernt… das waren dann doch gut gelöcherte Straßen! Um 3 Uhr ukrainischer Zeit war jeder auf seiner Matratze!

Am nächsten Morgen kurzer Kaffee.. 2 wunderschöne Straßenhunde gefüttert .. dann noch ca. 300 km bis Chmelnitzky. Unterwegs eine SMS mit unserer Ankunftszeit geschickt (mobil telefonieren, Datendownload und SMS /MMS haben stolze Preise, weil außerhalb EU!) Ich hatte Team2 noch vorgewarnt vor den letzen 120 km.. aber erstaunlicherweise war die Straße seit unserem letzten Besuch über weite Strecken repariert und an anderen Stellen waren sie noch dabei!

Bei der Ankunft im Tierheim große Freude unter allen 2- und 4-Beinern. Beim Auspacken wurden die Augen immer größer! Nachdem wir die mitgebrachten Möbel aufgebaut haben, gab es erst mal lecker Essen…und dann wurde geknuddelt und geherzt und mit Händen und Füßen geredet!!! (Ukrainische Torte ist mega-lecker.. aber nix für schlanke Hüften).,

Abends sind wir dann ins Hotel gefahren – sauber und anständig, aber für uns etwas gewöhnungsbedürftig- z.B. muss man sein Frühstück abends schon detailliert bestellen und auch die Uhrzeit festlegen. Wir bekamen die ersten Bilder.. und wie man sieht.. war die Freude über die Geschenke überall groß..

Der nächste Tag war Arbeiten im Tierheim.. sofern man was machen durfte…Ich besuchte meinen Freund Hal.. er hat mich noch erkannt..

Mischa zeigte mir noch einen anderen sehr mageren Alabai, der 100m von unserem Tierheim entfernt an der Kette lebt… die Leute, die da unter sehr primitiven Bedingungen leben, haben ihm den Namen LORD gegeben! Ich habe Verständnis dafür, dass die meisten Leute nicht viel besitzen.. aber ich werde nie verstehen, dass man seine Umgebung so verkommen lassen und zumüllen kann, wie es u.a. dort der Fall war. Mischa hat mit den Leuten ausgemacht, dass er den Lord regelmäßig füttern kann und ihm eine Hütte bauen kann. Sie haben sogar den Platz um den Hund etwas gefegt, damit er nicht komplett in Glasscherben liegt.  Und Schella, die kleine Schäfermixhündin, die die Leute noch haben, wird von uns kastriert…. Damit es keine kleinen Alabais gibt!

Dienstag war der stressigste Tag…. Vormittags die Herren im Baumarkt, da wir ein weiteres Stückchen Land dazu bekommen als Quarantäne Zwinger, musste noch Zaun- und Baumaterial beschafft werden.
Nachmittags ins städtische Tierheim… eins vorweg: es war etwas ordentlicher als beim letzten Mal.. dafür waren auch mehr Hunde da.. ca. 130 Stück.. sehr viele alte und auch viele Welpen. Wir hatten Futter und 3 Hundehütten dabei. Das Schlimmste für mich ist die Hoffnungslosigkeit, die über den Hunden liegt.. so als wüssten sie, dass es nie jemanden geben würde, der sie hier rausholt… Natürlich machten sie alle Spektakel in ihren Zwingern, aber das war der verzweifelte Versuch, Aufmerksamkeit zu bekommen.. keiner von ihnen war irgendwie aggressiv…
Im Zwinger Nummer 8, der sehr dunkel ist… war immer noch keine Hütte.. da leben 2 junge schwarze Mischlinge.. aufgrund der schmalen Tür konnten wir nur eine Hütte da rein bringen.. die anderen waren zu breit. Im großen Freigehege (derzeit 8 Hunde) war immer noch die Wellplatte an die Wand gelehnt.. als Unterschlupf..

 


Ich setzte mich zu einem der alten Schäferhunde, die im Freigelände eine Hütte mit Kette haben.. er war ungepflegt, alt und offensichtlich nicht ganz gesund… aber seelig, dass ich mit ihm sprach und ihn streichelte… seine trüben Augen strahlten… und es brach mir fast das Herz, mir vorzustellen, WAS er schon alles erlebt haben musste.. und wie sehr er hoffte.. dass ich ihn mitnehmen würde. So ein Hund hat leider keine Chance.. weder dort noch hier. Wir können nur immer wieder dranbleiben und versuchen, schrittweise die Zustände zu verbessern.
 

Abends gab es unser gemeinsames Abendessen.. es war wunderbar.. sehr lustig und unterhaltsam…und wir waren froh.. dass fast alle gekommen sind.. auch die Oma Swetlana. Unsere liebe Sveta hat den ganzen Abend hervorragend für uns übersetzt… und auch der Google-Translator hat so manchen Lacher hervorgerufen. Leider werden wir für den nächsten Besuch ein anderes Lokal auswählen müssen.. die Rechnung war auf einmal ca. 40% höher als noch im März.. obwohl es dieses Mal weniger Essen war…

Am nächsten Tag waren wir noch auf dem Basar… auch da viele Hunde gesehen.. aber die meisten sind kastriert (Marke im Ohr) und relativ wohlgenährt,  und sie werden dort geduldet.
Nachmittags wurden die Papiere fertiggestellt, was wohl auch mit Schwierigkeiten verbunden war! Aber unsere Elena ist da hart geblieben – danke dafür!
Mischa hat derweil noch die mitgebrachten Rauchmelder und Alarmanlage installiert.

 

 

 

 

 

Am Donnerstag früh besuchte ich noch den Vermieter und die 1. Vorsitzende … auch hier wurden kleine Geschenke abgegeben und man versicherte mir, dass man gern mit uns zusammenarbeiten würde.
In der Zwischenzeit wurden noch 2 Rosen am Tierheim- Eingang gepflanzt… zur Erinnerung an unsere liebe Birgit....

Während auf Wunsch eines Mitglieds durch Elena noch die kleine Buffy aus dem Städtischen geholt wurde, und Valja unter Tränen mit den anderen ihre Lieblinge verlud…musste ich mich von meinen beiden Alabais verabschieden.. was mir sehr schwer fiel.. Ich tröstete Valja, indem ich ihr versprach, dass alle ihre Schätze tolle Familien bekommen werden… und dass bei ihr andere Hunde jetzt eine Chance haben…Unsere liebe Schula lief beim Verladen ganz hektisch um uns rum.. sie hatte offenbar große Angst, dass wie sie vergessen könnten..

Dann ging es auf die weite Strecke… mit Stau um Lemberg, einer zusätzlichen Hotelübernachtung, einer 7 stündigen Grenzabfertigung.. und dann noch schier endlose Autobahnkilometer.. bis jeder Hund an seinem neuen Zuhause bzw. einer Pflegestelle angekommen ist.
Erleichtert haben wir das uns und den Hunden durch ausreichende Pausen.
Obwohl man es ihnen nicht wirklich erklären kann, was mit ihnen geschieht, haben sie es alle hervorragend gemeistert.

 

 

 

 

 

Rückblickend muss ich sagen: es hat sich gelohnt.. glückliche Menschen und Hunde sind der beste Lohn für diese Strapazen!  Ich bin immer wieder angetan davon, dass es Menschen gibt, die selber nicht viel haben, denen das Elend der anderen aber nicht egal ist.. und die sich für die Tiere einsetzen

Und, mir geht es wie Martin Luther King…. I have a dream.. that one day… so gut wie keine Hunde mehr im städtischen und auf den Straßen zu finden sind… dass Hunde und Katzen kastriert und vermittelt werden.

An dieser Stelle allen Spendern, Adoptanten und Unterstützern– nochmals ein herzliches DANKE.

 

 

Ukraine-Fahrt vom 23.03. – 31.03.2018

 

 

 

Am 23.03. um 9:30 war es soweit! Das Abenteuer Ukraine konnte starten.

Unser Transporter war so vollgeladen, so dass wir uns um die Straßenlage keine Sorge machen mussten.

Unser erstes Etappenziel war mit Zgorzelec (polnischer Teil von Görlitz) in Polen festgelegt. In Görlitz trafen wir noch eine Freundin von mir, die für uns bereits € in Zloty umgetauscht hatte. Die Zloty waren für die Mautstellen und zum Tanken notwendig. Am Treffpunkt offenbarte uns meine Freundin „ich habe da noch was für die Ukraine“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war unser Laderaum „luftdicht“ – da hätte kein Blatt Papier mehr reingepasst! Nach der Übernachtung in einem Motel (das wir an dieser Stelle nicht weiterempfehlen wollen) ging es auf die Fahrt durch Polen. Nach ca. 300 km klappte auch das Rendezvous mit Natascha, die aus dem norddeutschen Raum gestartet war. Und weiter Richtung Ukraine. Aufgrund der wenigen Fahrzeuge auf den letzten 50 Kilometern dachten wir, dass unser Reiseplan – wenig Grenzverkehr – aufgeht. Dass wir einem Irrtum unterlagen, merkten wir so etwa einen Kilometer vor der Grenze. Dieses hohe Aufkommen von Fahrzeugen an dieser Grenze konnten wir uns absolut nicht erklären. Zu einem späteren Zeitpunkt  erfuhren wir auch hierfür die Lösung – Die Einfuhrsteuer für PKW in die Ukraine ist sehr hoch – Aufgrund dessen lassen viele Ukrainer, die im Grenzbereich wohnen, ihr Fahrzeug in Polen zu – verbunden mit der Problematik: alle 5 Tage aus der Ukraine ausreisen zu müssen! Nach der daraus resultierenden Wartezeit und einer sehr zügigen Abfertigung durch das polnische Zollpersonal ging es zur ukrainischen Zollabfertigung. Da uns bekannt war, dass pro Person eine Freimenge von 50 Kilogramm akzeptiert wird, hatten wir das obligatorische Dollar-Portemonnaie bereits gezückt – 10 Dollar Strafe bei Übergepäck. Wir hatten die Freimenge ja nur um eine „0“ ergänzt. Doch welch ein Wunder - unser Fahrzeug war viel interessanter – Ein Fahrzeug, das in der Ukraine als LKW gilt, zum ersten Mal in die Ukraine – 4 Dollar Bearbeitungsgebühr bzw. Kopiergebühr! Unsere Ladung hat keinen interessiert! Dabei hatten wir ja nur um den Faktor 10 „überladen“. Es gibt auch Tierschützer bei den ukrainischen Grenzern/ Grenzerinnen.

 

 

 

 

 

Am späten Nachmittag hatten wir es dann geschafft – wir fuhren auf ukrainischem Staatsgebiet! Wir konnten anfangs nicht verstehen, dass wir immer wieder vor ukrainischen Straßen gewarnt wurden. Klar keine deutschen Autobahnen – eher mittelmäßige Landstraßen – aber erträglich. Diese Meinung änderte sich schlagartig mit dem Erreichen des Stadtgebiets von Lwiw (Lemberg). Zum Vergleich - ein Waldweg mit dieser Unwegsamkeit in Deutschland würde für den jeglichen Verkehr gesperrt. Am Bahnhof von Lwiw trafen wir Valerij. Valerij entlastete Natascha ab diesem Zeitpunkt beim Fahren. Anmerkung: Lwiw ist sehenswert – aber lassen Sie Ihr Auto zuhause! Auch sahen wir die ersten Straßenhunde – also los mit Futter. Nachdem auch wir Nahrung zu uns genommen hatten ging es weiter Richtung Chmelnezkyj! Das es mittlerweile dunkel war erlebte man, die mittlerweile den Erzählungen gerecht werdenden Straßenverhältnisse, live! Diese waren zwar besser als in Lwiw, aber erforderten aber immer noch fahrerisches Können. Nach Mitternacht hatten wir es geschafft – die gemietete Wohnung (tagesweise Mieten einer Wohnung ist in der Ukraine üblich) war erreicht (380 km – 8 Stunden mit Pause). Müde und verfroren fielen wir ins Bett!

 

Am nächsten Morgen holte uns Natascha an der Wohnung ab – da wir noch Toilettenpapier benötigten, fuhren wir auf den Markt. Bei diesem Markt handelt es sich um den größten Markt in der Ukraine, berichtete uns Natascha mit gewissem Stolz. Wir sahen einige Straßenhunde, die auf uns einen relativ gepflegten und gutgenährten Eindruck machten. Wir konnten uns selber davon überzeugen, dass einige Standinhaber den Hunden wohlgesonnen sind.

 

 

Nachdem unsere Besorgung erledigt war, ging zu unserm Tierheim. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Walja, Alla, Elena und einem lautstarken Konzert unserer Fellnasen, besichtigten wir das Tierheim.

 

 

 

Danach ging es ans Ausladen. Die Augen aller wurden immer größer als sie sahen welche „Schätze“ ausgeladen wurden. Der eine oder andere Snack wurde unmittelbar an unsere Fellnasen verteilt. Hier ließ sich keine/ keiner zweimal bitten.

 

 

 

 

 

 

An dieser Stelle allen Spendern –

nochmals ein herzliches DANKE.

 

 

 

Anschließend ging es zum Haus von Natascha und Valerij. Da die Lagermöglichkeiten im Tierheim eingeschränkt sind wurden hier die Hilfsgüter für die Menschen ausgeladen. Danach servierte uns Natascha Kaffee und ukrainischen Kuchen. Wir besprachen die nächsten Tage. Elena informierte uns, dass der geplante Besuch des Kastrationszentrums aufgrund der Unterstützung der stellvertretenden Bürgermeisterin Tatjana, die ihre Teilnahme an diesem Termin fest zugesagt hat, klappt. Des Weiteren musste ein gemeinsames Abendessen mit möglichst allen Helfern- (innen) geplant werden. Dieses Abendessen wurde aufgrund einer zweckgebundenen Spende einer Dame in Deutschland ermöglicht. Hierzu später mehr. Natascha zeigte uns die Straßenhunde, die in der Nähe ihrer Wohnung leben.

 

 

Am nächsten Morgen fuhren wir zu Galina. Nachdem wir die Tiere 5 Hunde und über 50 Katzen begrüßt hatten, half uns Galina beim Ausladen von Futter und Spielzeug. Das Spielzeug wurde direkt getestet. Anschließend bauten wir zwei Kratzbäume auf. Der kleine Tyson beobachtete unsere Aktivität sehr genau und konnte es gar nicht erwarten, die Kratzbäume einzuweihen. Galina hat derzeit über 50 Katzen, eine schöner als die andere! Auch Rasse und Schönheit schützt in der Ukraine nicht davor, rausgeworfen zu werden! Einige sind eher schüchtern, aber Bielka (das Eichhörnchen) eine rote Langhaarkatze überfiel mich fast mit ihrer Zärtlichkeit. Es tut mir in der Seele weh, dass wir für diese Katzen nicht auch ein Zuhause in Deutschland suchen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach besuchten wir Elena an ihrem Arbeitsplatz. Gemeinsam machten wir einen Besuch bei einer Freundin von Elena. Diese Freundin pflegt die Katzen nach der Sterilisation. Das kleine Kätzchen, das wir dort antrafen, war extrem schmusig. Leider muss sie nach ein paar Tagen wieder auf die kalte Straße zurück.

 

 

Am Dienstag holten wir zuerst Elena, danach Tatjana an ihren Arbeitsplätzen ab und machten uns auf den Weg in das städtische Kastrationszentrum. Der Leiter dieses Zentrums war aufgrund Krankheit nicht persönlich anwesend. Der Rundgang dort ist nichts für jemanden mit schwachen Nerven… ich hätte die ca. 100 Hunde am liebsten alle mitgenommen.

Wir machten Tatjana auf gravierende Mängel aufmerksam. Bei der Rückfahrt versicherte Tatjana, dass sie jetzt öfters im Zentrum vorbeischauen wird. Unser Angebot, ihr mit Rat beiseite zu stehen nahm sie gerne an. Nachdem wir Tatjana bei ihrem Büro abgesetzt hatten, besuchten wir noch ein Café. Uns war nicht nur wegen den Außentemperaturen kalt.

 

Abends ging es zum Helfertreffen in ein Lokal. Fast alle hatten ihr Kommen zugesagt und so füllte sich die Tafel. Wir bedankten uns bei den Helferinnen für die geleistete Arbeit und übermittelten Grüße aus Deutschland. Wir berichteten, wie es den vermittelnden Hunden heute geht. Von vielen Hunden konnten wir auch Fotos zeigen. Das Leuchten in den Augen der Helferinnen machte uns deutlich, wie sehr sie an den Hunden hängen. Der Abend war geprägt von vielen persönlichen Gesprächen und gutem Essen.

 

 

 

Mittwochs ging es wieder ins Tierheim. Mit der mitgebrachten Folie dichteten wir die im freien stehenden Hundehütten weitgehendst gegen Regen ab. Einem auf dem Areal lebenden Alabai ließ ich seine erste Fellpflege angedeihen. Nachmittags machten wir uns gemeinsam mit Alla auf den Weg.

 

 

Zuerst wollte uns Alla Straßenhunde in einem ehemaligen Fabrikgelände zeigen; anschließend war der Besuch bei Oma Toma geplant. Aber das Schicksal wollte es anders. Auf dem Weg zu dem Fabrikgelände entdeckten wir am Straßenrand einen älteren Mann, dem es sichtlich nicht gut ging. Wir hielten, Alla und Natascha fragten den Mann ob wir ihm helfen können. Obwohl bei Bewusstsein, regierte der Mann nicht. Wir entschieden uns den Notruf anzurufen. Nach etwa 10 Minuten traf ein Rettungswagen mit Arzt und Sanitäter ein und übernahm die weitere Versorgung. So konnten wir unseren Weg fortsetzen. Bei der Fabrik handelte es sich um ein großes Areal. Die Gebäude sind entweder entkernt, baufällig bzw. teilabgerissen. Wir fanden einige größere Hunde vor (an den Ohrmarken erkenntlich kastriert). Eine ältere Hündin lief mit einem ganz kleinen Hund zusammen und versuchte, diesem etwas zum Fressen zu ermöglichen, die größeren drängten ihn jedoch ab… bei näherem Hingucken entpuppte es sich um eine ausgewachsene Minihündin (vermutlich ein Rehpinscher- Chihuahuamix = Pinschchahua). Eine Frau, deren Interesse vermutlich durch unsere deutschen KFZ-Kennzeichen geweckt wurde, sprach uns an. Im folgenden Gespräch mit Alla und Natascha stellte sich heraus, dass diese Frau aus ihren eigenen bescheidenen Mitteln die Straßenhunde „versorgt“. „Unsere“ Minihündin ist ihr seit wenigen Tagen aufgefallen. Aufgrund des optisch guten Zustands musste sie wohl bis vor kurzem ein Zuhause gehabt haben. Auch zeigte sie sich gegenüber Menschen sehr aufgeschlossen. Die anderen Hunde des Rudels wollten sie aber nicht dulden, außer der älteren Hündin. Die Frau die sich mit Nadja vorstellte, erzählte uns, dass sie versucht hat, die Kleine in Sicherheit zu bringen. Sie zeigte uns einen abgerissenen Innenhof, wo zwischen Betonruinen einige Gitter notdürftig angebracht wurden, so dass ein Behelfszwinger entstanden ist. Dieser ist regendicht und mit Holzspänen ausgelegt. Eine alte Holzkiste wurde mehr behelfsmäßig als Hüttenersatz reingestellt. Hier „hält“ Frau Nadja eine Dackelhündin, die ebenfalls von den anderen Hunden gemobbt wird. Die kleine Eva, wie wir die Minihündin spontan tauften, kann aber durch die Gitter laufen und konnte ergo nicht dortbleiben. Wir versprachen Nadja (die erstaunlicherweise sogar ein paar Brocken deutsch spricht), unsere Hilfe, auch in Form von Futter und nahmen das kleine erschöpfte Mädel erstmal mit zum Tierarzt, wo sie untersucht wurde und eine Grundversorgung erhielt.

 

Ergebnis: Gesund, gepflegt, nicht kastriert, vermutlich läufig und maximal 2 Jahre alt. 

 

Da es langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Heimweg zu unserer Wohnung, Eva fühlte sich offensichtlich heimisch und eroberte sofort das Sofa. Autofahren vertrug sie erstmal schlecht… und Trockenfutter mochte sie auch nicht so richtig. In der Zwischenzeit organisierte Natascha eine private Pflegestelle, von der sie nach einiger Quarantänezeit in unser Tierheim umziehen wird.

Wir haben Eva in die Pfote versprochen, dass wir sie nach Deutschland holen…

 

 

 

Donnerstag – Tag des Abschieds. Nach dem Frühstück fuhren wir ins Tierheim. Wie jedes Mal, wurden wir wieder lautstark begrüßt. Unsere Passagiere waren schon reisefertig. Man hatte das Gefühl, die Hunde wissen, dass etwas passiert. Nachdem alle in ihren Boxen untergebracht waren, hieß es auch für uns, Abschied nehmen.

Und dann … Motor starten und ab Richtung Deutschland! Die Hunde machten sich teilweise bemerkbar, was vermutlich den Straßenverhältnissen geschuldet war, denn mit Erreichen der polnischen Autobahn war absolute Ruhe im Auto. Bei den Pausen verhielten sich alle vorbildlich. Zwischenzeitlich haben sich unsere Fellnasen in ihrer neuen Heimat eingelebt.  

 

Maike Podratz

 

 

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